Fallstudien als Methode und Forschungsansatz

In der Gelben Reihe (Materialien Studium und Projektarbeit) der Fakultät Raumplanung an der TU Dortmund ist mit der Nummer 11 ein Heft von mir erschienen, das sich dem Thema von Fallstudien als Methode bzw. Forschungsansatz widmet. Das Heft steht als PDF-Datei zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Auszug aus dem Heft:

Fallstudien sind eine der gängigsten Methoden in der Raum- und Planungsforschung, auch wenn es wenige systematische Aufarbeitungen der Methodik für diese Disziplin gibt. Oft werden Fallstudien schlicht gar nicht als Methode anerkannt oder benannt, obwohl ein großer Teil des Wissens durch die Arbeit an Fallstudien entsteht und mithilfe von Fallstudien geprüft wird. Wissen über praktische Zusammenhänge, Prozesse und Auswirkungen von Planungen kann sehr gut an konkreten Beispielen und damit in einem Fallstudiendesign generiert werden. Alle Studien über best-practice- (oder seltener: worst-practice-)Beispiele folgen grundsätzlich einer Fallstudienlogik, wobei dabei sehr unterschiedliche Arten der Methode eingesetzt werden und die Beispiele eine unterschiedliche Bedeutung im Rahmen eines Praxis- oder Forschungsberichts einnehmen.

Der methodische Ansatz einer Fallstudie hat für diese Situation eigene Stärken und Herangehensweisen, die im Folgenden beleuchtet werden. Viele Arbeiten sind dabei eher aus einer Perspektive entstanden, die auch die Fallstudie selbst als Forschungsobjekt begreift und zunächst einmal grundlegende Gedanken darüber entwickeln, welche Rolle Fallstudien haben und welche Anforderungen sich wiederum für deren Durchführung ergeben.

Das vorliegende Heft widmet sich zunächst der Eingrenzung des Begriffs ‚Fallstudie‘ und der damit verbundenen Stärken und Einsatzgebiete in der Raum- und Planungswissenschaft. Anschließend folgen grundlegende Aspekte der Typen, des Aufbaus und der Bedeutung von Theorien und Generalisierungen in Fallstudien, bevor der Aspekt der Fallauswahl und der Qualitätskriterien aufgearbeitet wird. Dem schließt sich eine Darstellung der (möglichen) Durchführung von Fallstudien sowie ein Fazit zur Methode mit weiteren Literaturhinweisen an. An geeigneten Stellen werden die Darstellungen für Studierende der Stadt- und Raumplanung möglichst kurz und prägnant zusammengefasst sowie geeignete Beispiele aus dem Bachelor- und Masterstudium Raumplanung der Fakultät Raumplanung eingefügt.

Die Darstellung der Methode bzw. des Forschungsansatzes ‚Fallstudie‘ in diesem Heft macht deutlich, dass sie spezifische Vorteile für die Raum- und Planungsforschung wie auch im Studium der Stadt- und Raumplanung bietet. Zum einen richtet sie den Blick bewusst auf ein Phänomen in seinem komplexen realen Kontext und zum anderen ist sie gut geeignet, kontextabhängiges Wissen zu generieren, ein theoretisches Grundgerüst zu testen und damit kontextbezogene Theorien zu entwickeln. Dabei kann der Bogen systematisch von grundlegenden Theorien hin zu einer empirischen Überprüfung geschlagen werden. Hinzu kommt, dass Fallstudien offen sind für Nuancen, die sich im Forschungsverlauf ergeben und nicht vorab bekannt sind und erwartet werden.

Weitere Informationen und Download:

http://www.raumplanung.tu-dortmund.de/rp/gelbereihe.html

English Information:

A new volume No. 11 of the series “Materialien für Studium und Projektarbeit” (materials for study and project work) has been issued by the Faculty of Spatial Planning at TU Dortmund University. It has been written by me and focusses on case studies and case study research in spatial planning education and research. Main elements are stengths and weaknesses, elements, types and structure as well as theories and limits to generalisiung from case study research. Another part is dedicated to quality criteria and careful case selection as well as the use of case studies within the study of spatial planning. The work was assisted by Konstantin Langenscheidt, Tabea Lersmacher and Julia Sendal.

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