Raum und Würde

Raum und Würde | Spaces of Dignity

Mit Veröffentlichungen und Veranstaltungen ist die Arbeitsgruppe “Spaces of Dignity” im Rahmen der Global Young Faculty (vorläufig) zu einem Abschluss gekommen. Ich bin froh, in den letzten 1,5 Jahren hier viel gelernt zu haben, mit vielen unterschiedlichen Menschen sprechen zu können und ein wichtiges Thema – die Zusammenhänge von Raum und Würde – über vielen disziplinäre Grenzen hinweg beleuchten zu können. Die Global Young Faculty wurde auf einer gemeinsamen Veranstaltung aller Arbeitsgruppen am 15. März 2019 auf der Zeche Zollverein abgeschlossen.

With publications and events, the working group “Spaces of Dignity” within the Global Young Faculty (preliminary) finished its work. I am happy and proud about the opportunity to learn much during the past 1.5 years, to speak with many diverse people on this important topic – the relations between dignity and space – beyond manifold disciplinary boundaries.

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Obama Town Hall Europe

On 6th April 2019, I was invited to be part of the 300 younger people invited to the Obama Town Hall Europe in Berlin. It was a great honour to take part in these inspiring discussions. Barack Obama covered a wide range of topics from democracy in general to leadership and to communication, problem-solving, hate and social media. He did not talk about cities in particular and not about spatial planning. However, much of his talk relates to ways how we live together and what we need to have in mind when deciding about organizing our urban and rural spaces.

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Endlich Wachstum! – und dann?

Am 10. Januar 2019 durfte ich im Leihladen Bochum zu Gast sein und mit ca. 25 Gästen über die Grundlagen einer Postwachstumsplanung diskutieren. Die Diskussion war Teil des Rahmenprogramms zur Ausstellung “Endlich Wachstum!“, die im Dezember 2018 und Januar 2019 in den Räumen des Leihladens Bochum gezeigt wurde (www.leihladen-bochum.de). Nach einer halben Stunde Vortrag war die Frage für kleine Diskussionsgruppen, was Kernelemente einer wachstumsunabhängigen Strategie zur Innenstadtentwicklung in Bochum sein können. Hier vollzieht sich einerseits eine große Dynamik auch durch die wachsende Ruhr-Universität. Andererseits bleiben aber Defizite im Hinblick auf die Innenstadt als guter Lebens- und Aufenthaltsort. Gibt es eine Perspektive, die ohne wirtschaftliches Wachstum auskommen kann? Eine Perspektive, die gewünschte Veränderung ermöglicht, ohne neue Flächen zu beanspruchen?

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Corktown, Detroit

Detroit: who leads?

Some weeks have passed since I left Detroit in mid-August. But the city has remained in my mind with deep impressions and thoughts on urban development, fast urban changes and the striking question: who leads? Many actors are involved in spatial changes in Detroit, in a diverse set of roles. From my impressions, it seems necessary to disaggregate leadership to different roles with associated actors. A diverse set of people pushes Detroit forward, but yet with limited integration. The following paragraphs outline exploratory and open thoughts from my German perspective.

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Midtown Detroit

Detroit: who plans?

Ten days in Detroit provided me with some more insights into how the city works and what lies behind recent changes. Many conversations yielded deep insights, but also puzzled me with further questions and issues around the role of planners in processes of urban change and renewal. Time to wrap up some still preliminary and unfinished ideas.

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Detroit

Detroit: first impressions

The last four days between Thursday and Monday provided many experiences and insights into different parts of Detroit, its ongoing changes and its people. Not enough for any concluding thoughts, but just enough for some ideas. The following paragraphs are therefore some unorganized impressions that are preliminary, might change during the next weeks and themselves include more questions than answers.

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Dortmund

Questions to Detroit: Planning Alternatives – Planning after|with|by failure (?)

I will soon fly out to visit Wayne State University in Detroit, Michigan as a Visiting Research Fellow. Looking forward to experiencing a city facing large challenges, showing much initiative for change and many remaining urban and regional planning issues. Three weeks between 26 July and 15 August will hopefully bring about new insights, questions, answers and reflections. This post shows some of my broad thoughts and questions on urban and regional planning issues in Detroit.

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Regenbogen

Buch: Würde (Gerald Hüther, 2018)

Im letzten Jahr habe ich von Gerald Hüther “Die Macht der inneren Bilder” (2004) gelesen. Dabei wurde bereits eins seiner folgenden Bücher unter dem Titel “Würde: Was uns stark macht – als Einzelne und als Gesellschaft” angekündigt, das jetzt Anfang 2018 erschienen ist. Würde ist zwar in Artikel 1 unseres Grundgesetzes die Grundlage unseres Zusammenlebens, aller Rechtsvorschriften und Kern von Stadt- und Raumplanung. Ihr Inhalt bleibt aber abstrakt. Kann man würdevoll handeln – oder wie? Können Räume selbst würdevoll sein – oder wie können sie in einem würdevollen Prozess gestaltet werden? Was könnten Gedanken eines Hirnforschers über Würde für Planer*innen bedeuten?

Das Buch beginnt bereits mit einem klaren Statement: “Verletzt nicht jeder, der die Würde eines anderen Menschen verletzt, in Wirklichkeit seine eigene Würde?” (Vorspann). Damit wird der rote Faden durch das Buch bereits deutlich: es ist ein klarer Aufruf dazu, den Würdebegriff auch auf sich selbst zu beziehen. Das Buch entwickelt daraus eine positive Vorstellung davon, wie das Zusammenleben in unserer Gesellschaft besser funktionieren kann, wenn sich mehr einzelne Menschen ihrer eigenen Würde bewusst werden.

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To question or not to question, that's the question... (Dortmund)

Planung als Management von Komplexität (2013)

Viele Planer*innen sprechen über Probleme mit Komplexität, einer gestiegenen Komplexität der Welt oder dem Wunsch danach, viel Komplexität reduzieren zu können. Dabei bleibt häufig offen, was Komplexität überhaupt ist, was konkret damit verbunden ist und was damit für ein Planungsverständnis impliziert ist. Grundlegende Fragen, die mich schon lange beschäftigen und sich auch durch meine Dissertation (2016) ziehen.

Bereits 2012/13 habe ich einen kurzen Abschnitt für einen Artikel verfasst, der bis heute unveröffentlicht geblieben ist. Der Teil sollte Anknüpfungen in Richtung Klimaanpassung bieten. Ich würde einige Sätze heute anders schreiben, setze aber meine damalige Perspektive im Folgenden unverändert hinein (unveränderter Stand vom 31.07.2013). Ein Teil der Ideen beschäftigt mich bis heute: systemischer und systemtheoretischer Ansatz, Unmöglichkeit von Unsicherheitsverlagerung statt -reduktion, inklusive Prozesse und deren Regeln, positive Perspektive auf Möglichkeiten zur Veränderung (auch) durch kleinteilige Handlungen. Ein paar Begriffe haben sich ergänzt oder verstärkt: Rollenverständnisse, Erklärungsansätze (z.B. Emotionen, tief liegende Muster, Zeit), Postwachstumsplanung.

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Christchurch 2015

Buch: Das metrische Wir (Steffen Mau, 2017)

“Zahlen lügen nicht” – so zumindest eine weit verbreitete Meinung. Aber: können Zahlen überhaupt sprechen? Und was sagen sie dann? Was passiert durch eine fortschreitende Quantifizierung unserer Gesellschaft und aller Teilbereiche des Lebens? Rankings und Ratings, Scorings und Screenings, Sterne und Punkte oder Balken und Kurven bestimmen nicht nur die Wirtschaft, sondern zunehmend das Zusammenleben aller Menschen in allen Teilen der Welt. Was macht das mit dem Sozialen? Was mit dem Zusammenhalt und was mit Gemeinschaft(en)? Fragen, denen sich Steffen Mau in “Das metrische Wir: Über die Quantifizierung des Sozialen” (suhrkamp, 2017) widmet. Wunsch nach Evidenz, Zahlen und Vergleichbarkeit auf der einen Seite – Wunsch nach Gemeinschaft, Gerechtigkeit und Zusammenhalt auf der anderen. Ein Spannungsfeld, dass das Buch spannend macht.

Der Titel führt eigentlich etwas in die Irre. Das metrische Wir zeigt sich am Ende als individuelles und quantifiziertes Ich, das sich nicht mehr als gleichberechtigter Teil einer Gemeinschaft definiert, sondern nur durch quantifizierte wertende Abgrenzung gegenüber anderen. Ohne Gesellschaft ist jedes Ich nichts. Aber das Ich wird nicht bedeutsam als Teil von etwas Größerem, das gemeinsame Sicherheit und Zufriedenheit bietet. Das Ich wird bedeutsam in quantifizierter Abgrenzung zu anderen. Am Ende droht die Gefahr, blind zu werden, für alles, was nicht quantifizierbar ist. Sicher ein Trend, den viele Planer*innen bestätigen können. Dazu lohnt sich der Blick durch das Buch von Steffen Mau.

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