Tag Archives: Postwachstumsgesellschaft

Regenbogen

Buch: Würde (Gerald Hüther, 2018)

Im letzten Jahr habe ich von Gerald Hüther “Die Macht der inneren Bilder” (2004) gelesen. Dabei wurde bereits eins seiner folgenden Bücher unter dem Titel “Würde: Was uns stark macht – als Einzelne und als Gesellschaft” angekündigt, das jetzt Anfang 2018 erschienen ist. Würde ist zwar in Artikel 1 unseres Grundgesetzes die Grundlage unseres Zusammenlebens, aller Rechtsvorschriften und Kern von Stadt- und Raumplanung. Ihr Inhalt bleibt aber abstrakt. Kann man würdevoll handeln – oder wie? Können Räume selbst würdevoll sein – oder wie können sie in einem würdevollen Prozess gestaltet werden? Was könnten Gedanken eines Hirnforschers über Würde für Planer*innen bedeuten?

Das Buch beginnt bereits mit einem klaren Statement: “Verletzt nicht jeder, der die Würde eines anderen Menschen verletzt, in Wirklichkeit seine eigene Würde?” (Vorspann). Damit wird der rote Faden durch das Buch bereits deutlich: es ist ein klarer Aufruf dazu, den Würdebegriff auch auf sich selbst zu beziehen. Das Buch entwickelt daraus eine positive Vorstellung davon, wie das Zusammenleben in unserer Gesellschaft besser funktionieren kann, wenn sich mehr einzelne Menschen ihrer eigenen Würde bewusst werden.

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Stadt- und Raumplanung und/vs Postwachstum?

Postwachstumsgesellschaft mit räumlicher Planung zusammenzubringen bringt komplexe Fragestellungen hervor. Was passiert, wenn etablierte Planungswissenschaftler/innen und Planungspraktiker/innen auf Postwachstumsdiskussionen treffen? Welche Veränderungsperspektiven löst der Begriff und lösen damit verbundene konzeptionelle Vorstellungen aus? Wir haben am 24. November 2017 in Münster zur Eingrenzung und Ausgestaltung einer Postwachstumsplanung diskutiert.

Eingebracht wurden auch Erfahrungen aus den drei IdeenLaboren zu Räumen, Akteuren und Prozessen einer Postwachstumsgesellschaft zwischen Mai und September 2017. Anlass und Diskussionsrahmen war eine Sitzung der Landesarbeitsgemeinschaft NRW der ARL, auf der an sechs Thementischen in den Räumen der Bezirksregierung Münster aktuelle Themen und mögliche zukünftige Arbeitsschwerpunkte offen diskutiert wurden.

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Erfurt Nord

Buch: Die Macht der inneren Bilder (Gerald Hüther, 2004)

Gerald Hüther ist einer der derzeit in vielen Medien präsenten Neurobiologen, der sich intensiv mit der Entwicklung unseres Gehirns in allen Phasen des Lebens beschäftigt und bis in die Zeit vor der Geburt zurückgeht, um uns selbst einen Spiegel vorzuhalten. Sein Buch “Die Macht der inneren Bilder: Wie Visionen das Gehirn, den Menschen und die Welt verändern” ist in erster Auflage 2004 erschienen und seitdem vielfach neu aufgelegt.

Über das Buch bin ich im Juli gestolpert und fand es schon wegen seines Titels spannend. Grund genug, einen tieferen Blick hineinzuwerfen. Ein Interview zu Inhalten des Buchs und weiterer seiner Bücher, das BR alpha geführt hat, ist bei YouTube unter https://www.youtube.com/watch?v=8HhUOH3qGw0 erreichbar.

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Schnettkerbrücke Dortmund, 2017

Buch: Im Club der Zeitmillionäre (Greta Taubert, 2016)

Vor ein paar Wochen habe ich eher zufällig das Buch von Greta Taubert “Im Club der Zeitmillionäre: Wie ich mich auf die Suche nach einem anderen Reichtum machte” (Eichborn-Verlag, 2016) entdeckt. Klang spannend, und so habe ich es mir ohne viele Erwartungen bestellt. Eine Entscheidung, die ich nicht bereut habe. Gerade deshalb, weil das Buch keine klaren Ratschläge gibt, sondern viele Ein- und Überblicke. In 15 Kapiteln geht es zwischen dem Hamsterrad von Verwertungslogiken und entlang der wiederkehrenden Motive alternativer Ideen und vieler Begegnungen um die Frage, was den Kern beruflicher und persönlicher Existenz ausmacht.

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IdeenLabor Postwachstumsgesellschaft

IdeenLabor Postwachstumsgesellschaft – Räume, Akteure, Prozesse

Postwachstumsgesellschaft – Was macht die Menschen einer Stadt glücklich? Wer hat die Macht in einer Stadt? Wie können unterschiedliche Entwicklungen über räumliche, institutionelle und mentale Grenzen hinweg ausgeglichen werden?

Die Postwachstumsgesellschaft, die das Wohlbefinden aller Menschen in das Zentrum rückt, wird heute schon erprobt und gelebt. Wo sind ihre Räume? Wer sind ihre Akteure? Was sind ihre Prozesse? Inwiefern unterstützen oder behindern herkömmliche Planungsinstrumente, -verfahren, -methoden und -leitbilder eine Transformation zur für Alle lebenswerten Postwachstumsgesellschaft? Eine Grundlage ist dafür auch die Diskussion alternativer Bewertungsmaßstäbe (Happiness-Index, Ressourcenansätze), von Governance-Formen und Umverteilungsansätzen (Urban Commons, Reallabore, Sharing-Economy) sowie sozial-räumlicher Gerechtigkeits- und Ordnungsvorstellungen und deren politischer Aushandlung und Legitimation.

Eine Vielzahl an Fragen hierzu wurde bisher noch unzureichend in der räumlichen Planung gesammelt, diskutiert und bearbeitet. Gemeinsam mit allen Anwesenden wollen wir – Christian Lamker, Nadine Mägdefrau und Viola Schulze Dieckhoff – erste Antworten sortieren, Fragen sammeln und Ansatzpunkte für zukünftige Aktivitäten entwickeln.

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